Wie entsteht ein zukunftsfähiges Zuhause? Und welche technischen Lösungen sorgen dafür, dass Wohnen langfristig komfortabel, nachhaltig und bezahlbar bleibt?
Genau diesen Fragen widmete sich unsere jüngste Infoveranstaltung „Technik und Energie im Klosterareal“. Interessierte nutzten die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen des Projekts zu werfen und offene Fragen direkt mit unserem Planungsteam zu besprechen.
Als Referent war Kevin Alt vom Ingenieurbüro Josef Schleimer GmbH eingeladen. Das Ingenieurbüro ist Teil unseres Planungsteams und verantwortlich für die Planung der Elektro-, Heizungs-, Lüftungs- sowie Sanitärtechnik im Klosterareal.
Energieversorgung mit Wärmepumpe und Photovoltaik
Ein Schwerpunkt des Abends war das Energiekonzept für die Ein- und Mehrfamilienhäuser. Um den angestrebten KfW-40-Standard zu erreichen, setzt das Klosterareal auf eine Kombination aus Wärmepumpentechnik und Photovoltaikanlagen.
Die Photovoltaikanlagen auf den Dächern erzeugen Strom direkt vor Ort. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, diesen Strom zu nutzen: die Einspeisung ins öffentliche Netz oder den Eigenverbrauch. Da die Einspeisevergütung heute wirtschaftlich deutlich weniger attraktiv ist als noch vor einigen Jahren, bewährt sich ein Konzept, bei dem möglichst viel der erzeugten Energie direkt vor Ort genutzt wird. Nur wenn der selbst produzierte Strom nicht ausreicht, wird zusätzlicher Strom über das Netz von Westnetz bezogen.
Intelligente Lösungen für die Mehrfamilienhäuser
Für die Mehrfamilienhäuser kommt eine spezielle Messtechnik zum Einsatz, die exakt erfasst, wie viel Strom jede Wohneinheit aus der gemeinschaftlichen Photovoltaikanlage bezieht und wie viel Strom zusätzlich aus dem öffentlichen Netz genutzt wird.
Auch der Allgemeinstrom – beispielsweise für die Beleuchtung des Treppenhauses – wird separat erfasst. Dadurch entsteht eine transparente und faire Kostenverteilung: Jede Bewohnerin und jeder Bewohner zahlt genau den Strom, den sie oder er tatsächlich verbraucht, zuzüglich des individuellen Anteils am Allgemeinstrom.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, zusätzlich ein eigenes Balkonkraftwerk zu installieren und damit weiteren Solarstrom für den persönlichen Bedarf zu erzeugen.
Effiziente Wärmeversorgung für hohen Wohnkomfort
Alle Wohnungen und Häuser im Klosterareal werden mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. Sie sorgt nicht nur für gleichmäßige und angenehme Wärme, sondern funktioniert besonders effizient mit der Wärmepumpentechnologie, da sie bereits mit vergleichsweise niedrigen Vorlauftemperaturen angenehme Raumtemperaturen erreicht.
In den Einfamilienhäusern befindet sich die Wärmepumpe im Technikraum im Gartengeschoss. Dort ist auch die Technik für die Trinkwasserversorgung untergebracht.
In den Ein- und Mehrfamilienhäusern wird die Wärme zentral erzeugt. Die Warmwassererzeugung in den Mehrfamilienhäusern erfolgt anders als in den Einfamilienhäusern nicht zentral, sondern dezentral mit Hilfe von Wohnungsübergabestationen. Durch die dezentrale Warmwasserbereitung können die Leitungswege in den größeren Gebäuden kurzgehalten werden, was sich positiv auf die Trinkwasserhygiene sowie die Energieeffizienz durch niedrigere Wärmeverluste auswirkt.
Lüftungs- und Schmutzwasserkonzept
Die innenliegenden Bäder in den Mehrfamilienhäusern werden mit Einzelraumventilatoren ausgestattet. Die Einzelraumventilatoren verfügen über eine Feuchteregelung, wodurch der Feuchteschutz in den Einheiten gewährleistet wird.
Auch in den Einfamilienhäusern kann eine Lüftung insbesondere in den Kellerräumen sinnvoll sein.
Abhängig von der Höhenlage des Geländes muss in den Einfamilienhäusern ggf. eine Hebeanlage als Schutz vor dem Rückstau des Abwassers installiert werden.
Elektrik im Klosterareal
Ein weiterer Aspekt des Abends war der sogenannte Gebäudetyp E. Ziel des Konzeptes ist es, bestehende Standards zu hinterfragen und dort zu reduzieren, wo dies ohne Einbußen bei Sicherheit und Qualität möglich ist.
Ein Beispiel dafür ist die Elektroplanung. Unser Baukonzept sieht eine bewusste Reduzierung der vorgesehenen Steckdosen vor. Stattdessen wird bedarfsgerecht geplant. Die notwendige Grundausstattung bleibt selbstverständlich erhalten, gleichzeitig können unnötige Kosten vermieden werden.
Nächste Schritte
Wer die Veranstaltung verpasst hat oder weitere Informationen zum Projekt erhalten möchte, kann sich jederzeit mit uns in Verbindung setzen. Die nächsten Schritte zur Gründung der Planungsgemeinschaft stehen bereits bevor – wir freuen uns auf den weiteren Weg gemeinsam mit den zukünftigen Eigentümer*innen zu gehen.
Auch auf unserem Instagram-Kanal halten wir Sie über neue Entwicklungen auf dem Laufenden.